Tag 4
Auf der Normalstation kam zweimal das Team der Schmerztherapie vorbei, um zu überprüfen, ob der PDK (Periduralkatheter) gut funktioniert und wie häufig zusätzliche Schmerzmittelgaben benötigt werden. Da dies so gut wie gar nicht notwendig war, wurde die Schmerzmittelmenge schließlich halbiert.
Im Laufe des Tages ging es unserer Tochter deutlich besser. Sie hat wieder viel gelacht und einiges an Schlaf nachgeholt, der ihr in den vergangenen Tagen gefehlt hatte. Am Abend wurde sie dann auch vom Monitor abgekoppelt. Aufgrund der bisherigen Beobachtungen waren sich die Ärzte und Pflegekräfte sicher, dass die Sättigungsabfälle nur in Situationen großer Aufregung auftraten und nicht auf ein akutes gesundheitliches Problem zurückzuführen waren.
Die Nacht verlief allerdings erneut recht unruhig. Piepsende Geräte, andere weinende Kinder und die allgemeine Unruhe auf der Station machten erholsamen Schlaf für alle Beteiligten schwierig.
Tag 5
Noch etwas müde von der unruhigen Nacht begann der Tag mit der Visite. Wir hofften auf die Nachricht, dass der Blasenkatheter entfernt werden könnte. Dafür musste jedoch zunächst der PDK entfernt werden. Da die Schmerzmittel erst kurz zuvor reduziert worden waren, rechnete ich ehrlich gesagt noch nicht damit, dass dies bereits an diesem Tag möglich sein würde.
Wie jeden Morgen folgten die Besuche der Pflegekräfte, das Frühstück, die Reinigungskräfte und schließlich das Team der Schmerztherapie.
Zu unserer Überraschung bekamen wir dann doch die Freigabe zur Entfernung des PDK. Kurz darauf wurde dieser auch direkt entfernt. Keine halbe Stunde später durfte schließlich auch der Blasenkatheter raus. Damit war unsere Tochter wieder deutlich mobiler. Vor allem war es endlich wieder möglich, sie ohne die vielen Kabel und Schläuche ganz normal auf den Arm zu nehmen. Das war für uns ein kleiner, aber sehr bedeutender Schritt in Richtung Genesung.
Im Laufe des Tages bekam sie immer mehr Kraft zurück. Am Nachmittag lief sie sogar wieder den Krankenhausflur auf und ab und hatte vor allem jede Menge Unsinn im Kopf. Es war schön zu sehen, wie viel Energie sie nach und nach wieder zurückgewonnen hat. Nachdem die letzten Tage von Operation, Schmerzen und vielen Untersuchungen geprägt waren, fühlte sich das fast schon wieder ein Stück weit normal an.
Außerdem wurde uns in Aussicht gestellt, dass wir möglicherweise bereits am folgenden Tag nach Hause dürfen. Diese Nachricht hat uns natürlich sehr gefreut und uns einen weiteren kleinen Hoffnungsschimmer gegeben.
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