Nach ganzen fünf Monaten hat unsere Tochter dann wieder gallig gespuckt. Wir sind direkt wieder nach Kempten ins Krankenhaus gefahren. Sie wurde wieder untersucht und es wurde versucht mit Babylax etwas Stuhlgang herauszubekommen. Leider ohne Erfolg.
Man hat uns dann für die daraufkommende Woche zum Röntgen mit Kontrastmitteleinlauf angemeldet. Bis dahin sollten wir Laxbene nutzen, um den Stuhl weicher zu machen und jeden Tag eine Klisterie Babylax einzuführen, damit wenigstens etwas Stuhlgang herauskommt.
Drei Tage später waren wir also wieder im Krankenhaus und wurden stationär aufgenommen. Am folgenden Tag wurden wir zur Radiologie gebracht, um die Röntgenaufnahme unter Kontrastmitteleinlauf durchzuführen.
Während den Aufnahmen musste ich also unsere Tochter festhalten und Ihr wurde durch den After mittels Einlauf ein Kontrastmittel gegeben, um zu sehen, wie der Darm aussieht.
Es hieß damals zu uns, dass falls es Morbus Hirschsprung sein sollte, dann wäre der Darm ab dem After aufwärts viel dünner als normal und würde dann auf einmal wieder breiter werden. Also suchten Sie nach diesem "Kalibersprung".
Solange die Ärzte und Radiologen die Aufnahmen auswerteten, warteten wir auf dem Stationszimmer. Als dann der Arzt kam, meinte er, das Röntgenbild sei auffällig. Wir sollten eine Rektumsaugbiopsie durchführen, um zu prüfen, ob im Dickdarm Nervenzellen vorhanden sind. Aber er weise mich auch darauf hin, dass oft diese Sagubiopsie keine 100% Sicherheit geben können. Er hatte wohl auch schon einen Fall bei dem die Proben nicht ausgewertet werden konnten.
Also machten wir einen Termin zur Biopsie aus und fanden uns zwei Wochen später wieder im Krankenhaus. Wir durften dort wieder eine Nacht bleiben und morgens in den Schockraum vor der Kinderintensivstation. Mittels Sedierung wurde unsere Tochter benebelt und es wurden Gewebeproben aus dem Enddarm entnommen. Vor der Entnahme wurde gesagt, das Trockeneis, sei noch nicht da. Dann wurde eine Schwester mit den Proben direkt nach Entnahme ins Labor geschickt, um diese dort vorübergehend einzufrieren.
Für uns war das alles nicht sehr professionell gelöst, aber wir waren einfach nur darauf aus Antworten zu bekommen.
Zwei Wochen später kam dann der Anruf, dass das Ergebnis da sei und unauffällig. Der Arzt wolle aber noch mit dem Gastroentrologen sprechen und würde sich sonst nochmals melden.
Für uns fiel ein Stein vom Herzen als wir hörten, dass es kein Morbus Hirschsprung ist. Wenn auch nur für eine Stunde, denn dann rief der Arzt wieder an und sagte, es tue im Leid, aber es könne doch noch sein, dass Sie Hirschsprung hat. Wir sollten uns doch in Augsburg vorstellen, da diese, sollte der Fall eintreffen, sowieso die Operation durchführen würden.
Beim Anruf im Klinikum Augsburg wurde mir aber nur ein Ersttermin zum Gespräch nach weiteren zwei Monaten angeboten. Das war für uns so nicht tragbar, da unsere Tochter ja bereits seit einem halben Jahr Probleme hatte. Daher versuchten wir unser Glück in Ulm und erhielten innerhalb weniger Wochen einen Termin.
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