Der erste Krankenhausaufenthalt

Veröffentlicht am 23. März 2026 um 19:30

Es war schon spät am Nachmittag als wir in Kempten im Krankenhaus eingetroffen sind. Der Kinderarzt hatte diese bereits vorab telefonisch informiert, dass wir auf dem Weg waren. Also rein ins Behandlungszimmer, nochmal alles erzählen und dann gingen die Untersuchungen los.

Der Bauch wurde abgetastet, es wurde versucht wieder zu stimulieren, man hat Ihr einen Zugang an der Hand gelegt (was natürlich nicht beim ersten Mal funktioniert hat), Sie bekam ein Sättigungskabel an den großen Zeh, es wurde eine Magensonde gelegt, wir kamen zum Ultraschall vom Bauch (natürlich war überall nur Stuhlgang und Luft zu sehen), danach ging es zum Röntgen des Abdomens.

Es war eine Tortur sowohl für uns als auch für unsere Tochter. Sie so hilflos dort liegen zu sehen und an zig Kabeln, das an Lebenstag Fünf. Mein Mann brachte unseren Sohn während all den Untersuchungen nach Hause zu seinem Opa und packte Kleidung für uns ein. 

Wir kamen dann nach ca. 2-3 Stunden Untersuchungen auf ein Zimmer und konnten kurz durchatmen. Man informierte uns, dass wir am nächsten Tag zum Röntgen mit Kontrastmitteleinlauf (KKE) müssen, damit Morbus Hirschsprung ausgeschlossen werden kann. Gegen 20 Uhr kam dann noch der Chirurg um einen Einlauf zu machen. Über Nacht wurden wir immer wieder von den Schwestern besucht, die schauten, ob alles passt. Nachts kam dann auch mehrmals Stuhlgang - logisch, wenn der Pfropfen endlich gelöst ist.

Dienstag Morgen warteten wir also auf unsere Abholung zum Röntgen. Dann kam der Arzt und meinte, Sie hatte Stuhlgang und ist jetzt kein Notfall mehr. Das Röntgen wird auf Mittwoch verschoben. Also verbrachten wir den Tag im Bett und versuchten uns einigermaßen zu erholen. 

Mittwoch Morgen wurden wir dann abgeholt zum Röntgen und gingen durch das gesamte Gebäude, um zur Radiologie zu gelangen. Dort angekommen hieß es, was wir hier wollen. Der Arzt hat wohl eben angerufen und gesagt, dass das Röntgen nicht mehr nötig sei. Voller Wut ging ich mit unserer Tochter wieder auf unser Zimmer. Praktischerweise stand dort gerade die Visite im Raum. 

Auf meine Frage, warum das Röntgen abgesagt wurde und wir umsonst durchs Gebäude laufen mussten, hieß es - Morbus Hirschsprung wird es wohl nicht sein, Sie hatte jetzt ja zwei Tage Stuhlgang und man wolle Sie nicht unnötiger Röntgenstrahlung aussetzen. Wir sollen aber einen Termin im Memminger Klinikum ausmachen zum Mukoviszidose-Test, da Mukoviszidose ebenfalls für ein Ausbleiben des Mekoniums verantwortlich sein kann.

Natürlich war man erstmal erleichtert, aber wir durften trotzdem noch nicht nach Hause, da die Sättigungswerte unserer Tochter immer wieder unter die 92 % gefallen sind. Einmal trank Sie gerade an der Brust und wurde gleich blau. Zum Glück hatten die Schwestern Ihre Werte auf den Monitoren gesehen und sie wurde stimuliert durch Berührungen, um wieder normal weiterzuatmen.

Es wurden Ultraschalle von Kopf und Herz gemacht und es kam raus, dass unsere Tochter zwei kleine Herzfehler hat.

Diese nennen sich PDA (peristierender ductus arteriosus) u. PFO (peristierender foramen ovale). Es sei oft so, dass Neugeborene noch kleine Löcher im Herz haben, oft falle das gar nicht auf, da sich diese in der Regel wieder verwachsen.

Wir mussten somit noch einige Tage im Krankenhaus bleiben bis sich die Sättigung stabilisierte und keine Abfälle mehr sichtbar waren.

Am Sonntag war es dann endlich soweit und wir durften wieder nach Hause gehen.