Seit wir den Termin für die Durchzugsoperation bekommen haben, gehen uns viele Gedanken durch den Kopf.
Wird die Operation gut verlaufen? Wie wird es ihr danach gehen? Was kommt langfristig auf uns zu? Wird sie ein möglichst normales Leben führen können?
Die Gedanken hören oft nicht auf. Man springt von einem zum nächsten – und je länger man darüber nachdenkt, desto schwerer wird es.
Auch das „Was wäre gewesen, wenn …“ beschäftigt uns immer wieder. Unsere Tochter ist inzwischen über ein Jahr alt, und manchmal fragt man sich, ob man bestimmte Dinge früher hätte klären können. Warum wurden nicht gleich alle notwendigen Untersuchungen gemacht?
Plötzlich dreht sich vieles nur noch um dieses eine Thema. Um das eigene Kind, das krank ist und für das man sich einfach ein gesundes Leben gewünscht hätte.
Erst in solchen Situationen wird einem bewusst, was andere Familien täglich leisten müssen. Dafür entwickelt man großen Respekt.
Auch die bürokratischen Hürden sind nicht zu unterschätzen. Themen wie Pflegegrad, Grad der Behinderung oder Anträge für Fahrtkosten bringen zusätzlichen Aufwand mit sich. Dazu kommen ganz praktische Fragen:
Wer kümmert sich um das Geschwisterkind während eines Krankenhausaufenthalts? Welche Anträge sind dafür nötig?
Manchmal hat man das Gefühl, sich rechtfertigen zu müssen oder als würde man „jammern“. Dabei ist jede Situation individuell und nicht vergleichbar.
Wenn ihr jemanden kennt, der ein krankes Kind hat, dann zeigt Verständnis. Ein einfaches „Du machst das gut“ oder „Ich bin stolz auf dich“ kann viel bedeuten.
Und bitte nehmt es nicht persönlich, wenn Treffen abgesagt werden – oft fehlt einfach die Kraft.
Ein kleiner Einblick in unsere Gedanken – und vielleicht hilft es dem einen oder anderen, sich darin wiederzufinden.
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